Kontrollierte Sprengung des Kraftwerkskamin in Voerde 2025
Voerde (Niederrhein) [ENA] Voerde, 19. Dezember 2025 – Die Sprengung des rund 180 Meter hohen Schornsteins des ehemaligen Kraftwerks Voerde ist am Freitagmittag erfolgreich und planmäßig durchgeführt worden. Der Fall des Bauwerks verlief kontrolliert innerhalb des vorgesehenen Sicherheitssektors.
Während der Kippbewegung kam es jedoch zu einem starken Luftdruckstoß, der in der Fallrichtung mehrere kleinere und auch einige größere Bäume in Mitleidenschaft zog. Zusätzlich wurden durch die enorme Luftverdrängung einzelne Betonfragmente sowie Holz- und Vegetationsteile über Distanzen von mehr als 100 Metern vom Turm weggeschleudert. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Schornstein war zuvor über mehrere Wochen zurückgebaut und für die finale Sprengung vorbereitet worden. Die beauftragten Sprengexperten hatten den unteren Bereich des Turms gezielt geschwächt, um ein definiertes Kippen in die vorgesehene Richtung zu gewährleisten. Die Sprengung erfolgte um 12:00 Uhr unter strengen Sicherheitsauflagen und großräumigen Absperrungen.
Physikalisch erklärbarer Luftdruckstoß und Materialaustritt Beim Kippen eines hohen, schlanken Bauwerks entsteht im Inneren ein erheblicher Luftverdrängungseffekt. Der Turm wirkt dabei wie ein überdimensionierter Kolben: Die Luftsäule im Inneren wird mit hoher Geschwindigkeit aus der Öffnung gedrückt und erzeugt einen gerichteten Druckstoß. Dieser kann – abhängig von Höhe, Fallwinkel und Geschwindigkeit – Vegetation im unmittelbaren Fallbereich beeinträchtigen oder entwurzeln. Durch die abrupte Bewegung der Luftsäule können zudem lose Betonstücke, Mauerwerksreste sowie Holz- und Vegetationsteile mit hoher Geschwindigkeit ausgeschleudert werden.
Dass einzelne Fragmente und Baumteile über mehr als 100 Meter transportiert wurden, liegt nach Angaben der Fachleute im physikalisch erklärbaren Bereich und innerhalb der zuvor definierten Sicherheitszone. „Der Luftdruck beim Einsturz eines solchen Bauwerks ist enorm und technisch vollkommen normal“, erklärte ein Sprecher des Sprengteams. „Auch das Austreten und Wegschleudern von Material ist ein erwartbarer Nebeneffekt. Die Sicherheitsmaßnahmen waren genau darauf ausgelegt.“ Sicherheitskonzept ging vollständig auf. Die Stadt Voerde hatte im Vorfeld umfangreiche Maßnahmen getroffen, um Zuschauer auf Abstand zu halten und die Umgebung abzusichern.
Die Fallrichtung des Turms war so gewählt, dass keine Gebäude oder Infrastruktur gefährdet wurden. Die beobachteten Auswirkungen auf Vegetation und lose Materialien liegen nach Angaben der Fachleute im erwartbaren Bereich. Bedeutung für den Standort. Mit der erfolgreichen Sprengung des Schornsteins endet ein weiteres Kapitel des Rückbaus des ehemaligen Kraftwerksstandorts. Die Fläche soll in den kommenden Jahren für neue Nutzungen vorbereitet werden. Die Stadt Voerde betonte, dass der Rückbau ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung des Areals sei.




















































